Dr. Bachelor - zu Ihren Diensten



Mädels schmeißt eure Bhs an den Fernseher, der Bachelor ist wieder da! Er hat alles, was man sich von einem Mann wünscht – zwei Beine, ein Gesicht, ein Paar Arme und einen Bart. Ein Volltreffer! Und obwohl er sich sein Schicksal selbst ausgesucht hat, kann er einem ganz schön Leid tun. So ganz alleine unter zwanzig Frauen, das klingt vielleicht ganz schön. Jeden Abend nackt vorm Pool liegen und sich mit Weintrauben füttern lassen. Kaviar löffeln auf dem Rücken eines Elefanten. Romantisches Schwimmen mit Schweinen auf den Bahamas. Nix da! Das Bachelorsein bedeutet harte Arbeit.

Der geübte Zuschauer erkennt nämlich ganz schnell: der will gar keine Frau für's Leben! In Wirklichkeit bewirbt sich der Mann für eine Tätigkeit als Verhaltenstherapeut, Schwerpunktbereich „Die Situation im Haus ist schwierig“. Und so eine Staffel „Der Bachelor“ muss man eher als Arbeiten auf Probezeit betrachten. Woche für Woche wird der Probant mit Stereotypen psychologischer Auffälligkeiten konfrontiert.

Da wäre zum Beispiel die besitzergreifende Latina, die viel mit Morddrohungen und Hodenamputation arbeitet, was untreue Männer betrifft. Getarnt unter dem Begriff „Temperament“ windet sie sich in Widersprüchen, dass sie eine freie selbstbewusste Frau sei, aber der Mann sie nach wie vor umwerben müsse. Ihre Kommunikation findet beinahe flüsternd statt, was Leidenschaft und Emotion signalisiert. Eine vorläufige Diagnose des Bachelors fällt häufig aus zwischen „Sie ist eine spannende Frau“ und „Ich habe das Gefühl, sie hat Angst vor mehr Nähe“.

Dann ist da noch die auffallend lebensfrohe Blondine, die selbst nach ihrem frühen Rausschmiss wegen der „tollen Erfahrung“ nicht sauer ist. Aus Angst vor Inhalt findet sie einfach alles gut und beschreibt sich gerne selbst als aufgeschlossenen, optimistischen Menschen. Obwohl sie selbst jeden Konflikt provoziert, leidet sie am meisten unter der Situation und bittet häufig um Einzel-Therapiesitzungen. In solchen Gesprächen weint sie gerne engelsgleich, möchte keine Namen nennen und hofft, er treffe die richtige Entscheidung.

Daneben steht die Erwachsene mit Lebenserfahrung, die ganz genau weiß was sie will. Zwar weiß keiner genau, was das sein soll, dafür aber sticht sie meist aus der Gruppe heraus, indem sie kindische Dinge wie das Springen in Pools oder lautes Lachen vermeidet. Ihre letzte Beziehung hielt acht Jahre und sie mag es, wenn ein Mann seine Mama mag.

Zu guter Letzt noch der beziehungsunfähige Kumpeltyp. Ihre romantischen Erfahrungen beschränken sich auf erotische Gruppen-Aktivitäten. Sie riskiert gerne ihr Leben und findet alles „krass“. Von dieser Frau erwartet man, dass sie unter ihrem Kleid eine volle Bergsteigerausrüstung versteckt.


Ziel des Bachelors ist es nun, eine jeweils treffende Diagnose zu ermitteln. Fällt ein Gesamteindruck durch alleinige Gespräche schwierig, sind Speichelproben durchaus angebracht. Werden Patientinnen handgreiflich, ist es dem Therapeuten selbst überlassen, ob er die Therapie fortführen möchte oder nicht. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie den Teletext und fragen Sie den Sender oder Rundfunkanbieter.  





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